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Nachbericht: 8. Netzwerkveranstaltung für Unternehmerinnen aus OWL

"Und dann bin ich wohl auch noch gut"

Fotos: Barbara Franke. Text: Michaela Heinze. Was macht eigentlich Kreativität aus und was sind Kreativitätskiller? Welche Erfolgsstrategien haben Kreative, um ihre Produkte und Dienstleistungen mit Gewinn an den Kunden zu bringen? Und wie schafft Kreativität einen Kreativraum  für weitere Inspiration?
Die 8. Netzwerkveranstaltung für Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen aus OWL brachte 5 Expertinnen auf die Bühne des Technologiezentrums in Bielefeld, um der Frage nachzugehen: "Wie kreativ ist das denn". Es ging um Kreativität und Unternehmerinnentum, am Donnerstag, den 25. September 2014 in Bielefeld. Eingeladen hatten Michaela Heinze Frauenbranchenbuch OWL und Vera Wiehe Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft WEGE mbH. Rund 100 Frauen, viele aus dem Kreativbereich, folgten dieser Einladung.

::Netzwerkerinnen im Gespräch ::Adelheit Blecke, Michaela Heinze, Vera Wiehe ::Adelheit Blecke ::Adelheit Blecke ::Podiumsrunde ::Cordula Fink-Schürmann ::Kirsten Will ::Alexandra Matten ::Gabriele Rejscheck-Wehmeyer ::Gäste ::Gabriele Rejscheck-Wehmeyer und Cordula Fink-Schürmann
Nicht in der Suppenkelle hängen bleiben

Adelheid Blecke, STEUER Marketing & Kommunikation, demonstrierte eindrucksvoll am Beispiel der neuen Opelkampagne "Umparken im Kopf", den kreativen Perspektivwechsel und das Denken "out of the box". Der Automobilkonzern mit dem angeschlagenen Image ("Jeder Popel fährt 'nen Opel"), nimmt in den Werbespots mit Prominenten die Vorurteile beim Wort, um sie gekonnt zu widerlegen.
Wer kreativ sein will, solle "über den Tellerrand schauen" und nicht "in der Suppenkelle hängen bleiben", riet sie. Und, Vergleichbarkeit sei "kein Kriterium für kreatives Gestalten."
"Finden Sie ihren Weg" forderte Adelheid Blecke auf, und weiter, "sagen Sie ja zu dem, für das Sie brennen".

Gute Arbeit – guter Service - gute Kontakte
Vier Frauen, die für Ihre Arbeit brennen, folgten Adelheid Blecke, im Anschluss an den kurzweiligen Vortrag, auf das Podium und gaben Antwort auf die Fragen der beiden Veranstalterinnen.
Alexandra Matten, "gestatten:fraumatten" - Interieur styling, schöpft ihr Kreativpotential aus dem Umfeld, "man ist immer an", beschreibt sie plastisch ihre Sicht auf die Welt. Und: "irgendwie scheinen die Menschen meine Arbeit zu mögen." Empfehlungen seien ein weiteres Kriterium für die Neukundengewinnung: "ich habe eine Gönnerin, die mich mag und empfiehlt." "Und dann bin ich wohl auch noch gut", kontert sie keck, aber sympathisch, auf die Frage nach ihrem Erfolgsrezept.

Auch Kirsten Will, handgearbeitet, findet ihre Inspiration in der Umwelt. Kleine Details fließen, interpretiert und reduziert, in die klassische und gradlinige Kollektion der Modedesignerin aus Bielefeld ein. Wachstum sei kein erklärtes Ziel von Kirsten Will, wirklich guter Service brauche den direkten Kontakt. Das sei mit Masse nicht zu leisten. Und für den kreativen Freiraum müsse sie einfach ganz nah "am Kunden" sein. Wie nah ihr die Stadt ist, in der Kirsten Will lebt und arbeitet zeigt ein kleines, leicht verstecktes Detail, dass sie jeder Kreation hinzufügt: ein Schildchen mit der Aufschrift „Made in Bielefeld“.

Einen Schreibstil, der selbst bei technischen Themen, den Menschen in den Mittelpunkt der Geschichte stellt, ist das Erfolgsrezept der Wirtschaftsfachjournalistin Gabriele Rejscheck-Wehmeyer, wort+!dee. Ihr gelang es die Kunden für die „emotionale Schreibe zu gewinnen“ und letztlich auch zu begeistern. In ihren Schreibworkshops „finden die Menschen einen Zugang zu ihrer individuellen Kreativität, indem sie schreiben, vor allem aber, indem sie ihre eigenen Texte lesen und reflektieren“. Die Unternehmerinnenportraits, die sie seit 2012 als Kooperationspartnerin für das Frauenbranchenbuch OWL verfasst, sind ihr eine Herzensangelegenheit. Stehe doch hinter jeder Unternehmerin ein „unverwechselbares Profil“. Jede sei „einzigartig und alle leben ihre kreative Vision“.

Kordula Fink-Schürmann, Dramaturgin und 1. Vorsitzende des Künstlerinnenforums Bielefeld-OWL e.V. sieht eine „gute Vernetzung“ als "unabdingbar für den künstlerischen Erfolg". Durch ihre Arbeit in London, Zürich, Mannheim, Stuttgart und Wien, sei sie „immer auf ein funktionierendes Netzwerk angewiesen“ gewesen. Heute organisiert sie den Verein mit 160 Künstlerinnen aller Sparten und bringt die Mitgliederinnen über Veranstaltungen mit der Wirtschaft in Austausch.

„Netzwerken“ hieß im Anschluss an die Podiumsdiskussion. Das Business Speed Dating brachte die Unternehmerinnen im 2-Minuten Takt ins Gespräch und zum Austausch von Visitenkarten, bevor der Abend bei Häppchen und Suppe Ausklang.